Oldenburg Eins – Du hörst Radio... und zwar deins!
...oder: „Der ganz normale Redaktionswahnsinn“
Oy... das war ein Tag... von wegen normaler Arbeitstag... da soll noch mal einer sagen ein Praktikum wäre nicht anstrengend... na so was!!! Aber gut: man fängt ja besser immer am Anfang an, nicht wahr?!
Mein Arbeitstag begann –und das ist ja eigentlich was Gutes, denn kaum einer kann das von sich behaupten- mit ausschlafen. Wenigstens bis halb zehn. Das ist länger als die meisten Schüler, Studenten und Arbeitnehmer. Und ich konnte mich nach dem ersten Weckerklingeln noch einmal ganz gepflegt umdrehen und eine Stunde weiter schlafen. Danach bequem duschen, e-mails checken, ins Studi-VZ gucken, chatten, nochmal ins Studi-VZ gucken und schließlich ganz gemütlich Richtung Bus tingeln. Ich musste nicht mal lange warten, denn er kam auch ausnahmsweise pünktlich...
Bis hierher: alles gut! Nicht mehr so toll war es, als ich an der dritten Station Gesellschaft bekam. Zwei Mädchen, ca. 17 Jahre alt und nach Sprachverhalten und Lautstärke mit ziemlicher Sicherheit Schülerinnen der Hauptschule Ofenerdiek. Ich werde mal kurz einige Auszüge aus dem „Gespräch“ zitieren: „Alda, die neue von Roman... ey, voll die scheiß Bitch!!!“ „Ja hey, voll die Schlampe... hä? Hm? ÄÄÄÄh... du hassa ne Spinne inne Haare.“ „WAS??? EY, NÄÄÄÄH!“ “Doch, Alda, ich schwör!” “Näääh, du verarscht mich!“ „Boah, ne ey... da is ne Spinne... ich schwör auf mein Mudda!“ [...] Um dem nicht weiter lauschen zu müssen schaltete ich, so gut es meinen Ohren eben möglich war, auf Durchzug und widmete mich den vorbeiziehenden Häusern, Autos und Menschen.
Auf was alles geschworen wurde, dass sich tatsächlich eine Spinne in den Haaren befunden hatte kann ich nicht genau wiedergeben, dennoch schienen mir die Worte „7er BMW“, „Gott“, „Mudda“, „Allah“ und „Miss Sixty“ überdurchschnittlich häufig aufgetreten zu sein.
Endlich – um 12 Uhr 8- hielt der Bus am Hauptbahnhof-Süd und ich konnte aussteigen.
Durch den leichten Nieselregen lief ich also zum Sender, schon in dem Wissen, dass dort eine unschöne Aufgabe auf mich wartete. BEITRAG ZUR RATSSITZUNG! Allerdings erhellte sich meine Laune als ich in den Gang vor der Kulturetage einbog und die Filmplakate dort sah.
Ob man dies Plakat wohl mit Absicht neben den Zigarettenautomaten gehängt hatte?! Ich mag den Zynismus des Schicksals... Auch im Sender begrüßte mich die gute Laune. Traurig zwar, dass meine Mitpraktikantin Lisa zum letzten Mal da war (Abschied vom Praxissemester), schön jedoch, dass sie Apfelkuchen gebacken und schon frischen Kaffee gemacht hatte.
So stand mein Frühstück ohne eigenes Zutun auf dem Tisch, bevor ich überhaupt meine Jacke abgelegt hatte. Und um das Frühstück perfekt zu machen bekam ich von Tanja die Nachrichten vorgelegt... mit einer grandiosen Überschrift!
Während Tanja und Tim sich anschickten die Nachrichten einzusprechen, bewegte ich mich Richtung Schafott. Oder anders ausgedrückt: ab nach HF 2 und O-Töne von der gestrigen Ratssitzung ausspielen. 13Uhr und in meinen Ohren klingelten die Worte des C.v.D.: „Frau Förster, sie haben 3 Stunden! Zur Hörzeit will ich’s in der Durchsicht haben!“ Man möchte es vielleicht nicht glauben, aber ich musste tatsächlich die nächsten 2 ½ Stunden damit verbringen, mit immer wieder die DVD der Ratssitzung anzusehen, Notizen für mögliche O-Töne zu machen, und diese in Wavelab aufzunehmen.
Danach blieb mir eine halbe Stunde um meinen Off-Text dazuzuschreiben (und dabei hatte ich relativ gesehen keine Ahnung von den Themen, da ich bei der Sitzung einfach nicht zugehört hatte), den einzusprechen und ihn zusammen mit den zurechtgeschnittenen O-Tönen in eine Montage packen und schließlich als mp3 aufzunehmen. Klingt nach Stress? Ist es auch! Trotzdem schaffte ich es grade so um 16Uhr den fertigen Bericht abzugeben. Zwar nahm Olli ihn nach kurzem Reinhören ab, aber damit war mein Arbeitstag definitiv nicht vorbei. „Tja, Schätzchen, du hast jetzt noch 3 Minuten um die Hörzeit vorzubereiten...“ Na danke!!! Und nicht, dass ich die Sendung alleine hätte machen können... NEIN... ich sollte „nur“ dabei sitzen und Mitprakti Torsten unser Sendeprogramm erklären. Leider ist das überhaupt nicht so leicht, wenn das Hirn wegen Schnellarbeits-Überlastung abschaltet.
Aber irgendwie haben Torsten und ich es doch geschafft uns mehr oder weniger erfolgreich durch 55 Minuten Musik und Beiträge zu kämpfen. Um 17Uhr endete mein Arbeitstag... und auch mein Leben. Ich verstarb noch an Ort und Stelle in einem Sessel vor dem Studio.
Naja, vielleicht auch nicht... Ich schlurfte also zurück zum ZOB um mich dort in den Bus fallen und nach haus karren zu lassen. Dort fuhr mir prompt die 309 vor der Nase weg. Und während ich eine viertel Stunde in der Kälte stand um auf die 324 zu warten, wurde ich eingehend beobachtet. Und immer wenn ich zu dem Observierenden hinsah, wie er so den Nacken gekrauelt bekam und von einem hübschen jungen Mann nette Worte zugeflüstert bekam dachte ich:
Achja, wäre das nicht gemütlich?! ...Hund müsste man sein!
Unnütze Information von heute:
John D. Rockefeller hat in seinem gesamten Leben ca. 500 Millionen Dollar ausgegeben.
Wat'n Tag :)
Eine klasse Idee mit so vielen Fotos, fand es total auflockernd und kurzweilig zu lesen 
Das Plakat neben dem Zigarettenautomaten ist große Klasse *g* und solchen komischen Menschen mit begrenztem Sprachschatz bin ich auch öfter mal begegnet, da merkt man wie gut man es hat.



Fotolove
toll, ne Fotolove Story ohne Love nur mit Fotos. Toll
Darf man Idee kopieren oder gibt es copyright? Ja, ich weiß nachmachen ist billig 
HAt ein bisschen was von Amelie *träum*