Blumengießanlage
Wer kennt das nicht? Man ist zu beschäftigt oder hat einfach nicht den Nerv sich dauernd um seine Blumen zu kümmern. Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, habe ich vor einigen Jahren meine vollautomatische Blumengießanlage entwickelt.
Vor vielen Jahren (vielleicht 6 oder so) hab ich einen eingehenden Weihnachtsstern aus den Klauen meiner Mutter gerettet, die keinerlei affinität zur Lebenserhaltung dieser Pflanze zeigte. Unter dem Motto "Aber der hat auch ein Recht auf Leben!" habe ich den Weihnachtsstern zwei Monate lang gegossen, bis es mir zu doof wurde.
Ich hatte früher schon versucht gehabt für andere Blumen solche Anlagen zu bauen, aber irgendwie hatte es nie geklappt. Bei diesem Versuch funktionierte es glücklicherweise.
Die erste Version der Anlage hatte einen CControl-Unit Microprozessor als Steuerzentrale und benutzt zwei Elektroden (bestehend aus Edelstahldraht), die in die Blumenerde gesteckt werden. Alle halbe Stunde wird eine Spannung angelegt und gemessen, wie stark der fließende Strom durch die Blumenerde ist. Das wird vom Prozessor ausgewertet und wenn ein Grenzwert unterschritten wird, schaltet er das Gießen ein.
An dem Prinzip hat sich nichts geändert, zuerst hatte ich einen LEGO-Kompressor, der Luft in eine Flasche mit Wasser gepumpt hat und damit das Wasser rausgedrängt hat zur Blume hin. Mittlerweile benutze ich einen 10L Wasserkanister und eine Tauchpumpe zum Gießen.
Der Prozessor misst nicht nur und gießt dann, er zeigt auch die aktuelle Helligkeit im Raum an und die Temperatur (allerdings unbrauchbar, da mein Temperatursensor von -50 bis 600 Grad geht und nur 256 Zustände ausgeben kann, d.h. er kann nur in 2.5 Grad Schritten unterscheiden). Diese Werte werden alle protokolliert und können von einem Computer ausgelesen werden.

Die Achsen sind nicht beschriftet, es sind nach rechts die Messwertzahl (alle 30 Minuten eine Messung) und nach oben der Wert (0-255).
Für die Zukunft werde ich die Anlage noch einmal umprogrammieren, derzeit ist sie auf regelmäßiges Auslesen alle 1400 Datensätze angewiesen, da es sich sonst selbst überschreiben würde (blöder kleiner Fehler, aber da es funktioniert kam ich noch nicht dazu, es zu ändern).
Außerdem würde ich gerne einen Wasserstandsmelder für den Kanister bauen, damit mir die Anlage anzeigt, wenn ich den Kanister nachfüllen muss.
Für die Anlage braucht man keinen Mikroprozessor wie ich ihn habe, man könnte das Ganze auch prima einfach über eine analoge Schaltung mit einem Potentiometer zur Einstellung der Gießdauer und einem zum Einstellen des Schwellwerts machen. Das wäre aber langweilig.
Vielleicht arbeite ich nochmal daran, das ganze mit einem einfachen AVR-Prozessor und fest auf einer Platine aufzubauen... wenn ich mal ganz viel Zeit habe 
Weitere Bilder des Projekts:

Aus dem Kanister kommt das Gießwasser.

Hier sieht man den Helligkeitssensor und den Feuchtigkeitssensor.
Mittlerweile sieht dieser Teil der Gießanlage anders aus, da ich ein zurechtgebogenes Rohr mit Löchern benutze, um das Gießwasser gleichmäßig um den Stamm der Blume herum zu verteilen.

Nahansicht des Steuercomputers und der Kompontenten. Auf dem Display laufen immer die aktuellen Statusinformationen durch.

So sah sie mal aus, mittlerweile ist sie wieder gewachsen, sie dürfte jetzt 110cm hoch sein (von der Blumenerde aus gemessen).
hallo
hallo
ich muss bis 10 jän einen feuchtigkeitssensor haben.. wie hast du diesen gebaut gibt es einen schaltplan dafür? wie funktioniert das mit den elektronen in die erde sind das sensoren was hast du da verwendet ? fragen über fragen.....
wäre toll wenn du mir ein mail schicken könntest ! danke
Bittesehr, ich hoffe es hilft.
Der Sensor selber besteht aus zwei Edelstahldrähten, die ich in einem willkürlich gewähltem (aber für die Messung entscheidenen) Abstand in die Blumenerde (parallel zueinander) gesteckt habe, dort wo die Feuchtigkeit gemessen werden soll. Sie sind schon so etwa 5 cm in den Boden gesteckt und bei mir etwa 4 cm auseinander.
Das Prinzip ist einfach. Ich lege eine Spannung zwischen den beiden Elektroden an und messe, wie viel Strom fließt. Das Messen erfolgt über eine einfache Gleichstromverstärkerschaltung (ähnlich: http://de.wikipedia.org/wiki/Transistorverst%C3%A4rker nur die Kondensatoren habe ich weggelassen), in der ich am Mittelpunkt des Spannungsteilers zwischen Transistor und Wiederstand (Ausgang Ca auf dem Wikiartikel) die Spannung in Bezug auf GND messe. Damit habe ich eine Spannung, die sich verändert, je nachdem, wieviel Strom durch die Blumenerde fließt. Diese Spannung lässt sich prima mit einem A/D-Wandler an einem microProzessor weiterverarbeiten, wie ich es getan habe.
Ich hoffe, ich konnte dir helfen, genau die Verstärkungsschaltung erklären möchte ich hier nicht, da sie doch recht trivial ist und in jedem Elektrobastelkasten beschrieben sein sollte. (Und es ist spät und ich bin faul *g*)
frage zu blummengiesanlage
deine blummengiesanlage finde ich richtig klasse!!
Die gefällt mir so gut das ich auch gerne eine bauen würde.
hast du vieleicht die bauanleitung dazu??
wäre richtig toll!!!
freu mich sehr über deine antwort.
Bauanleitung...
Naja, das ist nicht soooo einfach. Ich kann mich in den Semesterferien mal ransetzen und gucken, wie ich das Ding Serienreif kriegen kann, so dass es leicht nachgebaut werden kann.
Im Grunde braucht man eine Steuerungseinheit (Microprozessor, vermutlich kann man auch wenige Transistoren zusammenschalten und das Teil analog implementieren), eine Pumpe, nen bisschen Draht und Schlauch und noch ein paar Kleinteile.
Ich werde mich aber mal ransetzen und eine Gießanlagenanleitung bauen, vielleicht sogar eine einfache Version, so dass man wirklich nur ein paar Transistoren zusammenlöten muss und ein Relais ansteuert, das dann die Pumpe auslöst... wäre vielleicht einfacher nachzubauen, als wenn ich das Programm hier veröffentliche, wofür man dann wieder einen speziellen Chip braucht usw.
Danke für dein Interesse 


Rationalisierung
Aus Platzgründen (und weil ich nicht noch mehr Dünger oder neue Blumenerde aufgrund von Zeitmangel bieten konnte) ist meine Pflanze heute auf dem kompost gelandet.
Es war ein schwerer Schritt und wollte es eigentlich auch nicht, aber mit 126cm und etwa 6,5 Jahren ist sie nun gestorben worden.
Aber nicht, ohne vorher einen Nachfolger zu hinterlassen. Einen der vielen Ableger habe ich als neues Pflegekind behalten und gieße ihn derzeit noch per Hand, da aufgrund eines kürzlichen Pumpenausfalls (vermutlich zu veralgt oder nicht gut genug gewartet von mir) die Blumengießanlage gerade nicht in Betrieb ist. Ich werde aber, sobald ich wieder Zeit habe, versuchen, die nächste Version zu entwickeln.