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Mein letzter Tag als Teen

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- Zwei Dekaden Speedyismus -

Heute ist mein letzter Tag als Teenager. Zwar zählt man sich mit 19 nicht mehr wirklich zu den Teenagern – bei Teenys denke zumindest ich ja eher so an BRAVO-lesende Gören, die meinen die Musik von Tokio Hotel sei toll und die Klatschkolumne in der NWZ-Inside literarisch wertvoll, aber technisch gesehen ist man es ja doch noch. Aber wenn du erst die 20 erreicht hast, dann sieht es jeder: Du bist erwachsen! ...oder solltest es jedenfalls sein. Ich bin es nicht. Soviel steht mal fest. Und ich habe auch nicht vor, es in nächster Zeit zu werden. Auch nicht wenn ich morgen 20 werde. Obwohl... ein bisschen erwachsener bin ich doch. Ich rede über andere Sachen als mit 15. Eh klar! Ich weiß, es kann auch cool sein sich mit den Mitbewohnern hinzusetzen und einfach zu reden; "sich ständig besaufen" muss nicht sein um Spaß zu haben. Ganz klar! Ich denke weiter in meine Zukunft als bis zum nächsten Zeugnis. Glasklar! Und es ist gut so zu sein. Sich zu entwickeln, und die Zeit der Jugend zu genießen. Das hab ich heute getan. Den Tag genossen. Den letzten Tag als Teenager.
Der Tag begann – wie jeder Tag, so oxymeron es auch klingt – mitten in der Nacht, um 0 Uhr. Anne, Henny und ich saßen zusammen im Pickerskamp in Vechta, in einem Zimmer mit orangem Teppichboden. Stine, die Hamsterin, wühlte in ihrem Aquarium herum, die Mitbewohner gammelten in ihren Zimmern. Wir saßen vor Hennys Laptop und schauten einen Bollywood-Film. Genau das Richtige für eine Frauenrunde: lachen, weinen, singen/jaueln, lustige Tanzbewegungen nachmachen... alles was das Frauenherz begehrt! Dazu ne Flasche Wein... herrlich! Und wir haben alle was dabei gelernt: Anne hat gelernt, dass Bollywood -Filme zwar kitschig, aber trotzdem toll sind. Henny hat gelernt wie man Männer angemessen aus indisch begrüßt. Und ich hab gelernt, dass indische Männer viel zu emotional sind (aber Shahrukh Khan ist trotzdem ganz ganz toll!). Erkenntnisse die uns im Leben sicherlich mal weiterbringen werden... oder auch nicht. Zumindest war damit die gute Laune für diesen Tag schonmal auf ein gutes Maß eingepegelt. Aber: die Laune kann doch noch besser werden! Und auch wenn Anne um halb vier leider gehen musste, sollte die Nacht ja noch nicht vorbei sein. Henny und ich gingen also in die Küche. Denn, wie allgemein bekannt ist, ist die Küche das Herzstück einer WG, wo alle zusammenkommen und gesellig sein können. Das waren wir auch. Gesellig! Henny, Thilo (der Pizzaroller-Entführer) und ich. Constanze im Zimmer neben der Küche schien davon nicht sonderlich begeistert zu sein. Tja, wer zuviel lernt wird eben bitter. Da hilft auch kein IQ von 135. Trotzdem blieben das Huhn, Mr. Konsequent-erstmal-gegen-alles-und-jeden und ich sitzen. Etwas später stießen noch Jim Beam und Schorsch dazu. Und ab da wurde es richtig witzig. Zunächst mussten wir nur feststellen, dass Luftmatratzen im Flur gefährlich sind. Besonders für die, die drauf liegen. Und dann sang extra für uns das Niveau. Bis zu den gemeinen Äthiopier- und Conterganwitzen. Vielleicht war es doch ganz gut, dass die Müdigkeit uns um Punkt sechs ins Bett zwang. Dort blieben wir sechs Stunden lang. Eine durchaus annehmbare Zeit. Vor allem für Studenten: morgens um 6 ins Bett und schlafen bis mittags. So gehört sich das! Genauso wie zum Aufwachen Talkshows zu gucken, das Frühstück zu übergehen, und sich direkt aufs Mittagessen zu stürzen. Bevorzugt gekochte Teigwaren mit passierten Nachtschattengewächsen. Oder anders ausgedrückt: Nudeln (jedwediger Art) mit Tomatensauce. Wenn's als Beilage noch ne Folge Gilmore Girls aus der vierten Staffel gibt, so wie bei uns, dann ist die Sache doch geritzt. Nach dem Essen hieß es dann Abschied nehmen von Vechta. Schließlich war es 16 Uhr und Henny musste sich noch fertig machen für ihre große Rolltreppenshow am Abend. Und eigentlich hatte ich meiner Mutter auch versprochen beim Kuchenbacken zu helfen. So machten Bärbel und ich uns auf den Weg zurück nach Oldenburg. Zuhaus angekommen tat ich das, was ich am besten kann: Gammeln. Die Kuchen waren nämlich alle schon gebacken. Gute Mama! Kinder dürfen ja nicht ihre eigenen Geburtstagskuchen backen. So zog ich denn getrost nach oben, ging duschen, schaltete PC und Fernseher ein und ließ den lieben Gott einen guten Mann sein. Und hier sitze ich immer noch, tippe vor mich hin und schaue nebenher DSDS.
Vielleicht fragt sich jetzt der eine oder andere: Und was ist daran jetzt so toll? Kommt noch eine Pointe? Oder können wir irgendwas daraus lernen? Die Antwort ist einfach: der Tag bevor ich 20 werde ist ein Tag wie jeder andere. Wenn wir nicht aus jedem Tag, den wir leben etwas lernen, dann macht das Leben an sich keinen Sinn.

In ein paar Stunden werde ich 20 Jahre alt. Und ich habe endlich gemerkt, was es bedeutet jeden Tag zu lieben!

Unnütze Information des Tages:
Attila der Hunne und Admiral Lord Nelson waren beide unter 1,60m.
JA-HA... merkt euch das!!!

Khan...

Ja... wie Timo schon anmerkte, scheinen gewisse Nachtzeiten für Bollywoodfilme mehr geeignet zu sein *schmunzel*... ach ja und vielleicht sind ja nicht alle indischen Männer zu emotional... sondern eben hauptsächliche Shah Rukh Khan *lach*.
Auf jeden Fall klingt dein Tag nach einem klasse Auftakt zum Älter werden Eye-wink.
Viel Spaß noch beim Reinfeiern!

Auf jeden Fall....

Auf jeden Fall isses nu so weit: Speedy hat nun die zweite Null ihres Lebens und darf sich stolz einen TWEN nennen. Die Teenager-Tage sind jetzt endgültig vorbei - aber so fühlen darfst du dich immer noch, Speedy Cool
Alles Gute zu deinen Ehrentag,
Andi

Jawollja!

Jaha, so schön kann Leben sein Smiling
Ab und zu stellt man das doch fest, jupp.

Aber zu Bollywoodfilmen wird Panta hier unter garantie noch etwas schreiben *g*. Und Shahrukh Khan kenne ich auch, jaja, es gibt so tolle Bollywood-Filme, vor allem gibts da einen bestimmten mit einer besonderen Action-Szene, den ich mal schauen durfte (mit Panta und noch einer Freundin), dass sich die Nachbarn 100 Meter weiter um 4 Uhr nachts beschwert haben, dass wir zu laut gelacht haben. Das Fenster war aber nur angelehnt gewesen, oder war es zu dem Zeitpunkt schon zu?

Na dann wünsche ich dir einen ganz tollen Geburtstag!